Praxis-Panels

Praxis-Panel I

14:30 bis 15:45 Uhr

Impulsgeber: Univ.-Prof. Dr. Roland Stein

Wer sind wir eigentlich – und was wollen wir?
Fragen des Selbstverständnisses und der Aufgabenstellungen im Kontext einer „DoKo esE“

Selbstverständlich trifft sich die „esE-Szene oder „Community“ seit 2007 jährlich – ein echter Erfolg gegenüber früheren Zeiten, was Austausch und Kooperation anbelangt. Hier wird selbstverständlich als „Konferenz der Dozierenden“ insbesondere über Forschungsprojekte diskutiert. Hier firmiert zugleich eine Disziplin als „esE-Community“, insofern sich zuständig erklärend für den „Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung“, ein Begriff, der stark durch die KMK geprägt ist. In der Fachszene ist zugleich zu beobachten, dass scheinbar selbstverständlich, vermutlich als Weiterentwicklung oder Innovation gemeint, Professuren für „Pädagogik bei Verhaltensstörungen“ zu „Pädagogik im Förderschwerpunkt emotional-soziale Entwicklung“ umbenannt werden. Zum einen geraten damit die grundlegenden Auffassungen und Definitionsformen dieser Gruppe in die Aufmerksamkeit. Dabei stellt sich die Frage, inwiefern der thematische Radius des Themenkontextes dieser Gruppe über den (ohne Zweifel wichtigen) Bereich Schule hinausragt – etwa in die Felder Frühe Bildung und Frühförderung, Teilhabe an Beruflicher Bildung und Arbeit oder Jugendgerichtshilfe und Jugendstrafe – Felder, die nicht mit der KMK-Begrifflichkeit operieren. Auch hier sind Menschen mit Auffälligkeiten des Verhaltens sowie des Erlebens psychischer Belastungen zu finden; man muss nicht lange nach ihnen suchen.
Im Rahmen dieses Impulsvortrages sollen im Hinblick auf das Selbstverständnis der „esE-Gruppe“ mögliche Selbstverständlichkeiten hinterfragt werden, und gemeinsam soll ein dreifacher Blick auf die Fachszene geworfen werden: auf Bezeichnungen und Begrifflichkeiten, auf das Selbstverständnis der Disziplin, auch im Spiegel der Außenwahrnehmung – sowie auf die möglichen Bereiche der Expertise dieser Gruppe, bezogen auf Forschung wie Praxis – eine wichtige Selbstvergewisserung der eigenen Position und möglicher Beiträge in Krisenzeiten, wenn sie auch im verfügbaren Rahmen nur angedacht werden kann.



Praxis-Panel II

14:30 bis 15:45 Uhr

Impulsgeberin: Prof. Dr. Winnie-Karen Giera, Juniorprofessur für Deutschdidaktik im inklusiven

Stopp Mobbing! Ein Theaterprojekt zur Förderung der Lesekompetenz und des sozialen Miteinanders

Kontext/Förderschwerpunkt Sprache und Kommunikation (Sekundarstufe I), Universität Potsdam
Bei dem Forschungs- und Unterrichtsprojekt Stopp Mobbing! Ein Theaterprojekt steht die Förderung der Lesekompetenz und des sozialen Miteinanders im Fokus. Das Theaterprojekt wird im Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I an Schulen implementiert, denn ein gemeinsames Präventionsprojekt zum Thema Mobbing kann eine integrative Lernkultur schaffen (Booth & Ainscow, 2002). Zudem wird die globale und lokale Lesekompetenz durch die szenische Auseinandersetzung mit dem Theaterskript ganzheitlich gefördert (Rosebrock et al., 2011, 2020). Mit seiner starken Handlungsorientierung und Potentialen der Differenzierung und individuellen Förderung ist ein Theaterstück in inklusiven Lernumgebungen besonders geeignet. Wie das Theaterprojekt als Unterrichtsreihe geplant und durchgeführt wird, soll im Rahmen des Workshops exemplarisch für eine Sequenz erläutert, anhand von Videovignetten und Bildern gezeigt, selbst erprobt und gemeinsam reflektiert werden.